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Die Alpenfaltung


Begonnen hat alles mit der Alpenfaltung. Die Alpen sind - aus geologischer Sicht ein sehr junges Gebirge. Begonnen hat alles vor ca. 100 Millionen Jahren. Afrika hatte damals offensichtlich genug von seiner südlichen Lage, und beschloss sich auf Wanderung nach Norden zu begeben. Bei dieser Kontinentaldrift stiess die afrikanische Platte jedoch schon bald auf massiven Widerstand. Im Norden war nämlich Europa sesshaft, und hatte nicht vor, seinen privilegierten Platz für Afrika zu räumen. So wurde das Meer, der Vorläufer des heutigen Mittelmeeres, das damals über 1'000 Km breit war, nach und nach zusammen geschoben. Dieses Meer lag auf der so genannten adriatischen Platte. Das Gesteinsmaterial, der so genannte Kontinentalsockel, der auf den tektonischen Platten liegt, musste irgendwohin ausweichen. Da die südlichen Platten subduzierten, blieb dem Helvetikum (der Südliche teil der Europäischen Platte) keine andere Wahl als nach oben auszuweichen. So wurde aus weiten Teilen des grossen Urmeeres zwischen Afrika und Europa zunächst ein seichter "Tümpel", der nach und nach trocken gelegt wurde. Dinosaurier, die zu jener Zeit dort durchwanderten, haben im eintrocknenden Schlick ihre Spuren hinterlassen, die man heute auf gut 2600 Meter über Meer im Nationalpark am Piz dal Diavel im Clozzatal finden kann. Die Versteinerungen stehen heute in einer Neigung von über 100% und man fragt sich, wie die Dinosaurier hier ohne Kletterseil durchgekommen sind. Nach dieser Phase der Austrocknung des Urmeeres begann eine relativ rasante Faltungsgeschichte. Während etwa 5 Millionen Jahren wuchsen die jungen Alpen jedes Jahr um ca. 5mm in die Höhe. Noch heute ist die Alpenfaltung nicht ganz abgeschlossen. Jedoch verläuft der Prozess mit ca. 1 mm pro Jahr längst nicht mehr so rasant.