EngadinFotos

Das Bilderbuch vom Engadin

Bilder und Fotos aus dem Engadin

Dies soll als Fototagebuch dienen, damit die Bilder in der Galerie besser geordnet werden können

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Eh der Blog zum Block wird

Januar 21st, 2008

der Engadin Fotoblog war gedacht um dem Zisler.net mehr Aktualität zu verleihen. Nun denn ich schreibe so häufig, dass der Blog zusehends zum Block zu verkommen droht. Etwas statisches, dass sich kaum bewegt.
Dabei geschehen durchaus viele Dinge auf der Webseite. So habe ich den ganzen Herbst lang an neuen Alben gearbeitet und fast 300 neue Bilder hochgeladen und beschrieben.

Suchmaschinenerfolge
Die seite rankt in der Suchmaschine der Suchmaschinen unter dem einzelnen Suchwort “Engadin” auf Platz 12. Gar nicht mal so ĂĽbel oder? Noch mehr freut mich allerdings, dass die Foto Seite vom Engadin fĂĽr das Suchwort “Fotos” momentan auf Platz 5 von zeitweise mehr als einer halben Milliarde Webseiten auftaucht! Obwohl das Suchwort Bilder laut Statistik deutlich mehr Besucher auf die Seite lockt.
Naja. Das interessiert ausser mir aber wohl kaum jemanden.

Fotos von Rom
Manche vermissen wohl immer noch die Fotos, die im Oktober 07 in Rom entstanden sind. Das Problem ist ganz einfach. Nach hause gekommen bin ich mit über 1500 Fotos Beim Entwickeln hat sich die Beute schnell auf ca 500 reduziert, die ich entwickelt habe. Für das Web war die Menge schnell auf 145 Bilder eingedampft. Ich halte es aber immer noch für zu viele Bilder. In meiner unglaublichen Entscheidungsfreude fällt es mir aber zunehmend schwerer, mich von gewissen Bildern zu trennen. Weil die, die jetzt noch übrig sind, jedes für sich eine kleine Geschichte erzählt, die ich für erzählenswert halte. Naja. Vielleicht schaffe ich es noch, solange das Kolosseum noch steht, ein Paar Rom Bilder auf meiner Seite zu zeigen.

Bilder aus St. Moritz
Wer Engadin sagt, sagt St. Moritz. Wie ich bereit meinem letzten Post am 27 Juli 07 erwähnt habe (shame on me, ich will mich ändern), möchte ich über kurz oder Lang von jedem Dorf im Engadin ein Album erstellen. Nun war es wirklich an der Zeit, St. Moritz ins Gebet zu nehmen, zieht es doch mit Abstand die meisten Gäste in die Region. Auch wenn ich das Gefüge der verschiedenen Baustile in St. Moritz nicht immer ganz zu verstehen vermag, so muss ich doch zugeben, beim Rundgang durchaus bemerkenswerte Einzelobjekte gefunden zu haben, die ihren Reiz haben. Die bestimmt noch nicht abschliessende Sammlung der Fotos aus St. Moritz ist somit online.

Wandern im Engadin
Die neue Rubrik Bergwanderwege im Engadin - Wandervorschläge in Wort und Bild ist innert kürzester Zeit zu einem der meistbesuchten Themen der Seite geworden. Was mich aber wirklich nicht befriedigt sind die Karten. Zwar finde ich die Idee, diese aus der frei zugänglichen GoogleEarth karte zu entnehmen nach wie vor ok. Dass ich aber anschliessend in einem Bilbearbeitungsprogramm mit einem Pinselwerkzeug die Routen einzeichne ist doch recht unelegant. Um nicht zu sagen, diletantisch. Abhilfe soll hier ein neu erworbener GPS-Empfänger schaffen. Er soll die Route auf dem Handy aufzeichnen, so dass ich die Koordinatensammlung anschliessend als KMZ (google Earth File) veröffentlichen kann. Der Weg wird dann direkt in dem Progamm angezeigt. Erste Versuche sind vielversprechend, wenn ich auch mit dem GPS - Empfänger selber noch meine liebe Mühe habe. Gewisse Messungen führen zu aberwitzigen Messpunkten, die auf einmal hundert Meter neben dem gegangenen Weg liegen. Zudem findet das Gerät beim Einschalten manchmal mehrere Minuten Lang kein GPS-Signal. Obwohl es sich im freien befindet. Dagegen mutet die recht triste weisse Farbe der Weganzeige doch recht banal an. Das Problem dürfte im KMZ File relativ einfach zu beheben sein. Jetzt müsste es nur wieder Sommer werden, damit ich in die Berge kann.

Das war es vorerst, ich werde mich redlich bemĂĽhen, in Zukunft etwas fleissiger zu schreiben.

Chalandamarz

Januar 13th, 2008

Fotos vom Chalandamarz gibt es hier
Bilder vom Chalandamarz 2008 in Samedan
Bilder vom Chalandamarz 2007 in Samedan

Der Chalandamarz ist ein uralter Brauch der sich aus dem römischen Neujahrsfest entwickelt hat. Zu Zeiten der Römer fand das Neujahrsfest und somit auch das neue Jahr anfang FrĂĽhling statt. Chalanda ist die Romanische Form des Begriffes Kalande, mit dem der Lateiner den Monatsanfang bezeichnet. Wer kann aus diesem Wort Kalender ableiten? Der zweite Wortteil “marz” dĂĽrfte nicht allzu schwer im Deutschen Wort “März” wiederzufinden sein. Also: Chalandamarz - Kalande März am Anfang März. Sinnigerweise findet das Fest dann auch am 1. März statt (wobei das Fest in einigen Dörfern auch 3Tage dauert).
Der Brauch beruht auf dem Wunsch, die Geister des alten Jahres (römisch), in der neueren rätischen Fassung die Geister des Winters, zu vertreiben. Also ganz ähnlich wie Karneval oder die Fastnacht. Der Chalandamarz bleibt jedoch der Jugend vorbehalten. Die Jungen ziehen sich am 1. März eine blaue Bauernkutte ĂĽber. Mit einer roten Kappe und einer Kuhglocke geht es dann durch das Dorf. Sie repräsentieren so die KĂĽhe, die bald wieder auf die Weide dĂĽrfen. Dementsprechend werden die Knaben auch “vachas” (rätoromanisch fĂĽr KĂĽhe) genannt. Die älteren Knaben indes tragen eine ArbeitschĂĽrze einen Hut mit einer breiten Krempe, die mit Blumen aus Seidenpapier (rösas) geschmĂĽckt wird (Im ĂĽbrigen sind natĂĽrlich auch die Schellen und Glocken der KĂĽhe mit den Papierblumen geschmĂĽckt) Diese Blumen machen die marusas (Freundin) der Jungs. Diese Ă„lteren Jungs stellen dann die Hirten dar, die die Herde leiten und “ĂĽberwachen”. Sie tragen neben einem Stock eine sehr grosse Glocke, in die die Esswaren (Orangen, NĂĽsse, Schleckwaren), gefĂĽllt werden, die die Jungs bei Ihrem Gang durch das Dorf einsammeln. Ein paar wenige haben das Privileg, Rösser (Pferde) zu sein. Sie ziehen den Schlitten auf dem der Herr sitzt. Mit diesem Schlitten werden die Esswaren die die Herde einsammelt zu einem zentralen Sammelplatz gebracht. Der allroberste Rang im Brauch kommt aber nicht dem Hausherren auf dem Schlitten zu, sondern dem Sennen. Ehr leitet zusammen mit seinem Kassier die ganze Bande an. Unter seiner Leitung wird jedes Haus im Dorf besucht, und um etwas essbares gebettelt. An grösseren Plätzen singen die Jungs traditionelle Lieder zum Chalandamarz. Der Brauch variiert von Dorf zu Dorf ein bisschen. So singen die Knaben in gewissen Ortschaften bei jedem Brunnen, in anderen bei jedem Haus und in manchen auf den grösseren Plätzen.
Dazu wird kräftig mit den Kuhglocken geläutet und immer wieder werden die Peitschen (Geisseln) geschwungen. Mit diesem Krach sollen eben die Wintergeister vertrieben werden.
In dieser Form hat sich der Chalandamarzbrauch in der kleinen Region Engadin bis heute erhalten können. Und wird als lebendige Tradition jedes Jahr gefeiert. Wer als Kind bei den Umzügen dabei war, wird immer gerne dabei sein. So nehmen sich viele Engadiner, egal wo sie heute leben, am 1. März frei und geben sich ein Stelldichein im Heimatdorf.
Das weltberühmt gewordene Kinderbuch vom Schellenursli mit Texten von Selina Chönz und Bilder des Künstlers Alois Carigiet thematisiert den Chalandamarz. Der Ursin ist frustriert, weil sein Onkel nur noch eine ganz kleine Brunzina (Bronzene Glocke, klein mit hellem Ton) hat. Weil er sich mit diesem schämen würde, am Umzug teilzunehmen, begibt er sich mitten im Winter auf die Tiefverschneeite Alp, um dort die ganz grosse Glocke zu hohlen. Unten im Dorf sind alle in tiefer Sorge um Ursli und suchen ihn überall. Als er dann am 1. März zurück kommt, hat er die grösste und schönste Glocke von allen. In der Tat ist es ein Wettkampf unter den Jungs, wer mit der Grössten Glocke zum Umzug erscheint. Als Vorlage zu seinen Bildern verwendete Carigiet das absolut malerische Unterengadiner Bergdorf Guarda. Guarda heisst auf romanisch hinsehen. Und tatsächlich entpuppt sich das traditionelle Dorf als ein Echter hingucker. Bilder von Guarda gibt es hier.
Meine Versuche indes, den Anlass fotografisch zu dokumentieren sind in meinen Augen nur von mässigem Erfolg gekrönt. Eine Horde Flöhe zu dokumentieren dĂĽrfte auch einfacher sein, als die SchĂĽler beim Chalandamarz… Sie sind ständig in Bewegung, und die Lichtsituation ist häufig suboptimal. In den Gassen des Dorfes ist es Schattig, wärend die Hauswände von der noch tiefstehenden Wintersonne grell angeleuchtet werden. Das schafft eine dermassen Hohe Dynamik, dass die Digitalen Spiegelreflexkameras an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit und auch darĂĽber hinaus bringt. Da wĂĽnscht man sich dann manchmal halt den analogen Diafilm zurĂĽck….
Ein paar Bilder sind jedoch durchaus brauchbar geworden, und diese möchte ich dann auch hier zeigen. Hier als nun die Bilder vom Chalandamarz 2007 in Samedan. Ich habe nun doch eine ganze Menge hoch geladen, weil man mich gebeten hat, die Bilder zu veröffentlichen, damit sich die Knaben suchen gehen können.

Update

Juli 23rd, 2007

Es ist jetzt schon länger her, dass ich das letze mal etwas hier herein geschrieben habe. Nicht dass es keine Anlässe dazu gegeben hätte. Es war nur immer so, dass ich dann, wenn ich dazu gekommen bin, die Infos schon für kalten Kaffe hielt. Und immerhin - ich bin ja keine Zeitung. Jetzt gibt es aber wirklich etwas neues hier. Und das veranlasst mich, etwas dazu zu schreiben.
Schon länger geisterte die Idee herum, die Fotos vom Engadin, die ja nicht selten auf Wandertouren entstehen, auch als solche zu präsentieren, so kann der interessierte gleich einen Vorgeschmack auf Wanderungen bekommen, die hier empfohlen werden. Dazu brauchte es natürlich ein paar Anpassungen.
Ein neues Thema musste geschaffen werden, damit die Wandervorschläge auch ein Zuhause haben. Die Fotos dazu kommen in eine Unterkategorie der Landschaften, die ich Wanderungen genannt habe. Dort kriegt jede Wanderung ein eigenes Album, in dem die Bilder vom Anfang zum Ende der Tour geordnet sind.
Dies als wichtigste Neuerung.
Von all den Anlässen und Orten, die ich seit April besucht habe, wird in Kürze eine Fotografische reprise hier eingestellt. Ich bin nicht mehr dazu gekommen.
Was bereits nicht mehr so neu auf der Seite ist, aber noch nicht erwähnt wurde ist, dass im Bereich “Orte” Nach und nach die wichtigen Orte im Engadin dargestellt werden sollte. Die Idee kommt daher, dass ein SehnsĂĽchtiger Engadiner Feriengast vielleicht gerne ein paar Ansichten vom Dorf, in dem er seine Ferien genoss sehen können möchte. Das Projekt hat aber keinen Vorrang und wird bei Langeweile (was ist das?) weitergefĂĽhrt.
Inzwischen freue ich mich ĂĽber die doch recht zahlreichen Klicks auf meiner Seite. Immerhin wurden in einem knappen halben Jahr 14′000 Bildansichten generiert. Mir scheint der Zähler eine Gute Kontrolle zu sein. Er zählt wirklich nur wenn ein volles Bild ein mal komplett geladen wurde. Beim erneuten Aufruf wärend derselben Session wird nicht gezählt, halb heruntergeladene Bilder auch nicht.
Das und auch die AuskĂĽnfte, die ich von der Satistik und von Leuten bekomme, motivieren mich zum weiter machen. Es scheint es da draussen doch jemanden zu geben, der Gefallen an den Fotos findet.

Am Samstag Abend - es fehlten noch zwei Tage bis Vollmond - hatte ich Gelegenheit nachts bei der Bergstation Diavolezza Mondaufnahmen vom Berninagebiet zu schiessen. Dies kam dadurch zustande, dass die Academia Engiadina die Avanti Lehrer im Diavolezza Bergrestaurant zum Nachtessen einluden - dafĂĽr nochmals herzlichen Dank. Es wahr ein gemĂĽtlicher Abend.
Leider war das Wetter - das seeing, wie es die Astrofotografen nennen würden, nicht so toll. Die Lichtverhältnisse änderten sich andauernd. So dass es mehrmals passiert ist, dass zuvor eingestellte Belichtungszeiten während des Belichtens ungültig wurden. So sind viele Bilder; wie ihr Fotograf zuweilen auch; etwas unterbelichtet.
Weshalb der Fotograf unterbelichtet sein soll? Nun, das Individuum, dass mich täglich aus dem Spiegel anglotzt hat mal wieder vergessen, nach dem letzten Gebrauch, die ISO-Werte der Kamera auf 100 zu stellen. So habe ich ab Stativ mit ISO 400 fotografiert (!). Ă„rgerlich daran ist vor allem, dass ich die Bilder Zusammenhang mit der Unterbelichtung bei der RAW Entwicklung recht stark aufhellen musste. Was dabei herauskam, war wohl nicht wirklich ein rauschendes Fest, vielmehr rauschte es fest…
Trotzdem sind ein paar interessante Ansichten vom Piz PalĂĽ, Piz Bernina und Konsorten bei Mondlicht dabei herausgekommen.
Ich habe mich schon oft ĂĽber die etwas seltsam anmutende Namensgebung im Berninagebiet gewundert. Dazu habe ich eine Fabel gefunden, die ich vielleicht hier mal niederschreiben könnte. Vielleicht bin ich ja nicht der einzige, der sich ĂĽber Namen wie “Munt Pers”, wundert. Jetzt weiss ich wenigstens, was da verloren ging, im Berninamassiv……

Besiedlung und erste Nennung
Monstein ist ein altes Walser Dorf. Heute ist es eine Fraktion der politischen Gemeinde Davos. Es liegt auf 46°42′42.64″N Breite und 9°46′17.91″E Länge (Monstein in GoogleEarth)
Davos-Monstein liegt mitten im Landwassertal auf einem sonnigen Hochplateau am SĂĽdhang auf rund 1630 M.ĂĽ.M. Man erreicht es in einer etwa 10 minĂĽtigen Postautofahrt auf einer hochsteigenden Passstrasse von Glaris aus. Im 13 Jahrhundert wurde das Gebiet von Walserfamilien besiedelt.
Bereits 1289 wird Monstein zum ersten mal in einem Freiheitsbrief des Lehensherrn Walter von Vaz genannt. Es gibt jedoch auch Hinweise, dass die Landschaft um Davos vor den Walsern von rätischen Leuten (Romanen) besiedelt wurde. So existieren für das Gebiet urkundliche Erwähnungen, die auf 1160 zurückgehen, also vor der Zeit der Walser Siedler.
Zudem weisen Romanische Flurnamen (und nicht zuletzt der Begriff “Davos” selbst) auf rätische Wurzeln hin.
Jedoch scheint das Siedlerleben der Walser des Romanen Sache nicht zu sein. Während die Neuankömmlinge aus dem Wallis es sich in höheren Lagen in Streusiedlungen oder Einzelgehöften gemütlich machten, zogen es die Romanen vor, in gemauerten Häusern in Dörfern im Tal zu leben.
Jedenfalls werden im erwähnten Lehens- und Schutzbrief des Freiherrn da Vaz von 1286 den Walsern in der Region Davos Rechte zuerkannt, die für jene Zeit schlichtweg revolutionär waren. Sie durften sich demnach weitestgehend selbst Verwalten. Sie durften die Gebiete bejagen und befischen, ihnen stand die Wahl des Landammanns wie auch die niedere Gerichtsbarkeit zu.
Im Gegenzug mussten sie dem Lehnsherrn Naturalzinsen in Form der Erzeugnisse aus der Region abgeben.
Den Namen Monstein leitet sich vermutlich aus dem lateinischen Wort monasterium ab (vermutlich mit Bezug auf den Klosterbetrieb in Churwalden). Im Laufe der Zeit hat es sich von Mastein und Mustein (um 1500) zu Mostein und später zu Monstein entwickelt.
Davos-Monstein besitzt zwei reformierte Kirchen, wobei die ältere in der Mitte des Dorfes nicht mehr für religiöse Zwecke verwendet wird.
Die ehemaligen Äcker, auf denen Getreide und Kartoffeln angepflanzt wurden, sind heute Wiesland. Jedes Jahr musste das Erdreich, das beim Bewirtschaften und durch die Erosion Hangabwärts getragen wurde, wieder hochgetragen werden. Was eine relativ mühsame Arbeit gewesen sein dürfte, wenn auch notwendig, wenn die nährstoffreiche Humusschicht des Bodens nicht früher oder später einfach ins Landwasser gespühlt werden sollte.

Baustil
Das Ortsbild von Monstein ist geprägt von alten Walserhäusern.

die Spiicher (Speicher von Monstein)
Auch Neubauten werden in einer dem Stil treuen Form errichtet. Am unteren, talwärts gerichteten Dorfende findet man etwa 15 Speicher (Spiicher) im klassischen Walserstil. Sie stehen auf Stelzen um die Bodenfeuchtigkeit fernzuhalten. Normalerweise werden die Pfähle oben mit einem Schiefer oder ähnlich flachen Stein begrenzt. Durch diese Massnahme verhindert man das Eindringen von Nagetieren in die Getreidekammern. Da in Monstein Steine solcher Beschaffenheit nicht auffindbar waren, behalf man sich hier mit Flachen Holzbalken. Das Gebäude selbst ist eine Blockhauskonstruktion aus Rundhölzern, mit grossen Fugen dazwischen. Diese dienen dazu, dass der Wind durch den Getreidespeicher zirkulieren kann, und so das Klima für die Lagerhaltung der Vorräte optimal bleibt. Aus demselben Grund findet man die Spiicher auch im unteren Dorfteil, hart an der Kante, wo der Boden nachher steil ins Landwassertal abfällt. Im relativ windarmen Gebiet konnte man so den Bergwind, der an solch steilen Hängen entsteht, optimal dafür nutzen. Bilder der Spiicher von Monstein finden Sie in der Galerie im Thema Orte -> Monstein.
Interessant am Spiicher oder Speicher ist zudem, dass er neben seiner eigentlichen Aufgabe als Lagerort für Nahrungsmittel, die trocken bleiben müssen wie Weizen, Brot oder Pökelfleisch und Speck auch häufig der Aufbewahrungsort für Wertgegenstände wie die Sonntagstracht, den Schmuck oder die Dokumente war. Immerhin hatte der Spiicher ja eine massive, verschliessbare Türe und war vermutlich auch sicherer als das Wohnhaus, da ihm weniger die Gefahr von Feuer drohte, und Fremde vielleicht ja auch nicht auf die Idee kamen, dass in hier wertvolle Gegenstände lagern könnten.

Das Walser Wohnhaus
Das Walserhaus ist traditionell im Blockhausstil gebaut. Das Holz ist von der Sonne gebräunt. Häufig ist ein Sockel (so etwas wie ein halbes Kellergeschoss) und manchmal auch ein Haustrakt gemauert.
Eine Besonderheit des Walserhauses ist, dass es meist ohne Pfette im Giebel gebaut ist (Pfetten sind diejenigen Balken, die Parallel zum Dachfirst verlaufen).
Das Wohnzimmer, wo man wohnte, arbeitete und ass ist stets auf der Talseite des Hauses angeordnet. In den hinteren, Bergseitig gelegenen Hausteil findet man die Vorratskammern und im oberen Teil die Schlafräume. Eine Ganze Menge Fotos von Walserhäusern gibt es in der Galerie. Man unterscheidet zudem das zwei Raum tiefe vom drei Raum tiefen Walserhaus. In der Gegend vom Landwassertal findet man vorwiegend die drei Raum Tiefe Variante. Der dabei entstehende dritte Teil wird meist von Eingang, Treppenhaus und Küche beansprucht, und liegt im mittleren Haustrakt.
Ein typisches Merkmal der Walserhäuser sind auch die kleinen Fenster, wie man sie auch sonst in Bergregionen häufig antrifft.

Monstein heute
Die Einwohnerzahl von Monstein scheint von einer erstaunlichen Gleichmässigkeit zu sein. Obwohl mir keine durchgängigen Zahlen vorliegen, scheint die Einwohnerzahl seit Jahrhunderten bei den 170-180 Seelen zu liegen. Die dorfeigene Primarschule hat heute 23 Kinder, was gerade noch reicht, damit sie nicht geschlossen wird.
Die Einwohner von Monstein sind stolz auf ihre Herkunft, und sind redliche bemĂĽht, der Abwanderung in urbane Gebiete Einhalt zu gebieten. So versucht der Verein “pro Monstein” allerlei interessante Angebote wie Ausstellungen, Konzerte oder Vorträge nach Monstein zu holen. Wie auch die regionalen Handelserzeugnisse zu fördern.
Besonderer Erwähnung bedarf hier das Bier, das man seit ein paar Jahren in Monstein Braut. Als ein Brauer das qualitativ hochwertige Wasser in Davos-Monstein entdeckte, entschloss er sich zum mutigen Versuch, in der abgeschiedenen Gemeinde die höchste Bierbrauerei Europas und eine kleine Showbrauerei zu gründen. Erfreulicherweise von beachtlichem Erfolg gekrönt.
Erwähnenswert ist weiterhin noch, der südlich von Monstein gelegene piz Ducan. Das Gebiet um Monstein besteht geologisch betrachtet weitgehend aus Sedimenten. Auf genanntem Piz Ducan fand man Unmengen fossiler Meeresbewohner. Darunter bis dato unbekannte Fischarten, Muscheln, Schnecken und Krebse. Und sogar einen kleinen Dinosaurier. Seit da ist die Paläontologische Abteilung der Universität Zürich jedes Jahr zu Gast in Monstein.

Hier gibt es eine ganze Menge Bilder und Fotos aus Davos Monstein

Lageplan von Monstein

Besuch in Monstein

März 26th, 2007

Gestern den 25.03 hatten wir so etwas wie ein kleines Familienfest in Davos-Monstein. Der Grund dazu ist, dass Lüzza Zisler, der Bruder meines Vaters, mit seiner Frau Irene nach bald 40Jähriger Tätigkeit auf ende Wintersaison 06/07 Ihr Hotel Ducan verkauft haben und in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Da wollte die Familie noch einmal bei ihnen vorbeischneeien, und lüzzas Küche geniessen. Für mich eine gute Gelegenheit, das schmucke Walserdörfchen Monstein zu dokumentieren. Denn wer weiss ob, und wann ich wiedermal da hin komme? Also nix wie mitgegangen.
Leider war die Stimmung noch nicht so super toll. Am schönsten habe ich das Dorf im Frühsommer in Erinnerung, wenn die Blumen überall blühen und die Wiesen ein sattes Grün haben. Soweit ist es aber noch nicht. Ich fand eine Mischung aus Schnee und brauner Einöde vor. Aber das Dorf war trotzdem sehr fotogen. Es sind etwa zweihundert Bilder entstanden. Wenn die alle Gesichtet und sortiert sind, wird es natürlich ein Monstein-Album in der Galerie geben.
Zudem habe ich vor, die interessante Geschichte des Dorfes und der Walser, die es grĂĽndeten noch etwas aufzuarbeiten und dann in den Fotoblog zu stellen. Ă„hnlich dem Chalandamarzthema. Nur weiss ich nicht mehr so recht, ob ich solche Essays in Zukunft wirklich einfach im Blogverlauf lassen soll, oder in separate Seiten auslagern sollte…..
Wir werden sehen…
Nachtrag: Die Informationen zu Monstein und den Walsern gibt es nun zu lesen. Und auch die Fotos von den Walserhäusern in Monstein sind nun in der Bildergalerie Online. Viel spass

Zum Gedenken

März 14th, 2007

Gestern den 12.03.2007 ist Paul Martig im Alter von 83 Jahren nach langer geduldig ertragener Krankheit von uns gegangen. Im Pflegeheim in Appenzell durfte er entschlafen. Obwohl ich schon lange um den Gesundheitszustand von Paul wusste, und für ihn gehofft habe, dass das Leiden ein Ende nimmt, ist es doch wie eine Ohrfeige, jetzt wo es wirklich passiert ist. Ich wünsche ihm, dass er in Frieden ruhen möge. Wieso ich das hier in meinen Blog schreibe? weil es mich beschäftigt, und weil ich ohne zu übertreiben sagen kann, dass Paul einen erheblichen Einfluss auf meine Einstellung gegenüber sehr vielen Dingen hatte. Ich habe ihn, und meinen Onkel Werner, der leider bereits vor einem Jahr, und viel zu früh gehen musste, immer als eine Art geistigen Mentor betrachtet. Und ich glaube, dass auch er mich als einen Freund betrachtet hat, auch wenn ich sein Enkel sein könnte. Ich werde mich jedenfalls immer gerne an die guten Gespräche bei Wein und Tabak in Samedan und Ponte Capriasca im Tessin erinnern. Ruhe in Frieden Paul.

Sigma 150 2.8 Makro

März 9th, 2007

Heute nun ist es angekommen. Das lang ersehnte Makroobjektiv. Mein erster Eindruck: Das ist ja gar nicht so gross, wie ich es erwatet hatte! FĂĽr eine Linse die bei 150mm Brennweite immer noch eine Offenblende von 2.8 aufweist… Aber mir soll das recht sein :-) . So muss ich weniger schleppen, wenns in die Berge geht.
Die Verarbeitung und die Haptik hinterlassen einen sehr guten, hochwertigen Eindruck. Das Objektiv hat eine Voreinstellung fĂĽr den Zoombereich. Auch gut. So kann man zum vornherein definiern, ob man es als Makro oder als Telelinse verwendet. Dann muss der AF nicht immer den ganzen Zoombereich durchfahren. Erste SchnappschĂĽsse lassen auf eine sehr scharfe Linse hoffen. Ich bin also vorerst guter Dinge, hier einen guten Kauf gemacht zu haben.
Das Makroobjektiv ist jetzt also hier. Was mir nun noch fehlt, sind Markoobjekte. Ab jetzt kann der Frühling mit seinen Blüten und Insekten einzug halten. Ich bin fotografisch gerüstet. Bis jetzt habe ich Makros mit dem canon 50 1.8, was nicht wirklich ein Makroobjektiv ist oder mit Retoradapterring und einem Weitwinkelobjektiv gemacht. Letzteres ist, da die Blende schon beim scharfstellen zu ist, recht mühsam in der Handhabung (zudem hats keinen Autofokus) und man produziert zwangsläufig Unmengen an Ausschuss. Das hat nun hoffentlich ein Ende.

Chalandamarz

März 3rd, 2007

Der Chalandamarz ist ein uralter Brauch der sich aus dem römischen Neujahrsfest entwickelt hat. Zu Zeiten der Römer fand das Neujahrsfest und somit auch das neue Jahr Anfang FrĂĽhling statt. Chalanda ist die Romanische Form des Begriffes Kalande, mit dem der Lateiner den Monatsanfang bezeichnet. Wer kann aus diesem Wort Kalender ableiten? Der zweite Wortteil “marz” dĂĽrfte nicht allzu schwer im Deutschen Wort “März” wiederzufinden sein. Also: Chalandamarz - Kalande März am Anfang März. Sinnigerweise findet das Fest dann auch am 1. März statt (wobei das Fest in einigen Dörfern auch 3Tage dauert).

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